Mit der Novelle zum Bundesluftreinhaltegesetz (BGBl. I Nr. 77/2010) ist das Verbrennen von Materialien pflanzlicher Herkunft außerhalb genehmigter Anlagen grundsätzlich ganzjährig verboten!

Gemäß der neuen Verordnung ist das Entfachen von Brauchtumsfeuern in der Steiermark – abgesehen von den unten genannten Beschränkungen – zulässig.

 

•Ausnahmsloses ganzjähriges Verbot von Brauchtumsfeuern gilt im Gemeindegebiet Graz. In den lt. § 3 Abs. 3 ausgewiesenen Gemeinden im Grazer- und Leibnitzer Feld darf pro Gemeinde nur ein von dieser veranstaltetes Brauchtumsfeuer entfacht werden, welches bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft anzuzeigen ist.

 

•In Sanierungsgebieten im Sinne der Steiermärkischen Luftreinhalteverordnung 2011 i.d.g.F (LGBl. Nr. 116/2014 § 2) dürfen ausschließlich Osterfeuer (am Karsamstag) und Sonnwendfeuer (am 21. Juni bzw. am nachfolgenden Samstag) entfacht werden.

 

•In der restlichen Steiermark dürfen obengenannte Feuer auch von Privatpersonen entzündet werden und darüberhinaus auch Feuer im Rahmen regionaler Bräuche, die auf eine langjährige, gelebte Tradition mit eindeutigem Brauchtumshintergrund zurückgehen. Sie sind der zuständigen Bezirkshauptmannschaft anzuzeigen.

 

Für Osterfeuer gilt die Einschränkung, dass ein Entfachen nur zwischen Karsamstag 15 Uhr und Ostersonntag 3 Uhr erlaubt ist. Die Verlegung des Osterfeuers auf den „kleinen Ostersonntag“ ist nicht zulässig.

 

Sonnwendfeuer dürfen nur am 21. Juni entzündet werden. Sollte der 21. Juni nicht auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist das Entzünden eines Sonnwendfeuers auch am nachfolgenden Samstag erlaubt. Verbrannt werden dürfen bei allen Brauchtumsfeuern ausschließlich Materialien pflanzlicher Herkunft in trockenem Zustand. Bei hoher Ozonbelastung sind zusätzliche Verbote möglich.

 

Es darf nur trockenes Holz (Baum- und Strauchschnitt) ohne Rauch und Geruchsentwicklung verwendet werden. Ungeachtet der Neuregelungen gelten auf Grund des Bundesgesetzes weiterhin nachstehende Regelungen über ein Verbot des Verbrennens biogener Materialien außerhalb von Anlagen:

•Verbot des flächenhaften Verbrennens von biogenen Materialien.

•Verbot des punktuellen Verbrennens von biogenen Gartenabfällen außerhalb von Brauchtumsfeuern.

 

§ 4 Sicherheitsvorkehrungen

(1) Die Beschickung von Feuer im Rahmen von Brauchtumsveranstaltungen darf ausschließlich mit trockenem, biogenem Material erfolgen. Zum Entzünden oder zur Aufrechterhaltung eines Brauchtumsfeuers dürfen keine Brandbeschleuniger verwendet werden. Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, die eine unkontrollierte Ausbreitung des Feuers verhindern, zB durch das Bereithalten geeigneter Löschhilfen in der Nähe der Feuerstelle.

 

(2) Es ist auf eine möglichst geringe Rauchentwicklung zu achten, um eine unzumutbare Belästigung der Nachbarschaft zu vermeiden.

 

(3) Bei Brauchtumsfeuern müssen folgende Mindestabstände eingehalten werden:

1. 50 m zu Gebäuden;

2. 50 m zu öffentlichen Verkehrsflächen, sofern diese nicht ausschließlich land- und forstwirtschaftlichem Verkehr dienen oder keine verkehrssichernden Maßnahmen getroffen werden;

3. 100 m zu Energieversorgungsanlagen und Betriebsanlagen mit leicht entzündlichen bzw. explosionsgefährdeten Gütern. Für solche Anlagen können von der örtlich zuständigen Behörde nach Maßgabe der Art und Betriebsmittel der Anlage im Einzelfall auch höhere Mindestabstände vorgesehen werden;

4. 40 m zu Baumbeständen bzw. zu Wald.

 

(4) Brauchtumsfeuer sind zu beaufsichtigen und abschließend verlässlich zu löschen, sodass das Feuer auch durch heftige Windstöße nicht wieder entfacht werden kann.

 

(5) Bei Nichteinhaltung der Abstands-, Beschickungs- und Sicherheitsbestimmungen ist das Entfachen des Feuers zu untersagen bzw. ein sofortiger Löschauftrag im Sinne des § 3 Abs. 2 BLRG seitens der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu erteilen.